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Kontrollgänge im Anbau: Die erste Runde vorbereiten

Mit einer Wächterkontrollsystem App bereiten Sie Kontrollen im neuen Anbau vor: So klären Sie Aufgaben, prüfen Wege und planen Zeit für die erste Runde ein.

29. September 2026
Kontrollgänge im Anbau: Die erste Runde vorbereiten

01Ab Montag gehört der neue Gebäudeflügel dazu

Der Auftraggeber zeigt auf den fertigen Anbau: Ab Montag soll der Sicherheitsdienst dort nachts mitkontrollieren. Das bisherige Objekt kennt das Team seit Jahren. Im neuen Flügel gibt es jedoch einen weiteren Eingang, zwei Treppenhäuser und einen Verbindungsgang, der abends abgeschlossen wird. In der Wächterkontrollsystem App sind dafür noch keine Punkte angelegt. Bevor jemand die Route ergänzt, muss die Objektleitung mit dem Auftraggeber klären, was die Wachperson dort tatsächlich tun soll. „Einmal durchgehen“ lässt zu viel offen. Soll sie bestimmte Türen auf Verschluss prüfen, einen Flur auf sichtbare Auffälligkeiten ansehen oder eine vereinbarte Anzeige ablesen? Aus diesen Aufgaben ergibt sich, welche Stellen sie erreichen muss und was sie dafür wissen braucht. Der zusätzliche Gebäudeteil verändert damit auch den bisherigen Dienst.

02Welche Türen und Räume gehören zum Auftrag?

Beim gemeinsamen Blick auf den Grundriss nennt der Auftraggeber zunächst den Seiteneingang. Die Objektleitung fragt genauer nach: Welche Tür ist gemeint, von welcher Seite wird sie kontrolliert und welcher Zustand wird nachts erwartet? Eine Tür kann tagsüber als Mitarbeiterzugang dienen und abends eine andere Aufgabe haben. Die Beschreibung muss zur tatsächlichen Nutzung passen. Für Räume, die nicht betreten werden sollen, wird die Grenze ebenso deutlich festgehalten. Die Leitung vereinbart außerdem, zu welchen Zeiten oder wie häufig die Aufgaben auszuführen sind. Diese Absprachen gehören in die schriftlichen Unterlagen zum Auftrag und in die passende Dienstanweisung. Die DGUV Vorschrift 23 behandelt in § 6 die schriftliche Festlegung von Sicherungsumfang und Ablauf einschließlich der Nebentätigkeiten. Eine beiläufige Bitte auf dem Flur ersetzt diese Abstimmung nicht.

03Gehen Sie den Weg zur späteren Dienstzeit ab

Bei der Besichtigung um elf Uhr steht der Verbindungsgang offen. Um 22 Uhr ist er verschlossen, und die Wachperson benötigt für den vorgesehenen Zugang eine Berechtigung. Solche Unterschiede fallen auf, wenn die Einweisung unter den späteren Einsatzbedingungen stattfindet. § 9 der DGUV Vorschrift 23 verlangt die Einweisung in Objekt und besondere Gefahren zu den Zeiten, zu denen die Tätigkeit ausgeübt wird. Für den neuen Nachtweg bedeutet das: Die eingesetzten Kräfte müssen ihn auch unter den Bedingungen ihres Nachtdienstes kennenlernen. Dabei geht es um Beleuchtung, zugelassene Wege und erreichbare Ansprechpartner. Eine offene Tür am Vormittag sagt wenig darüber, wie jemand nachts wieder zurückkommt. Welche Fassung der Unfallverhütungsvorschriften für den Betrieb gilt, ist beim zuständigen Unfallversicherungsträger zu prüfen; darauf verweist auch die DGUV-Publikationsseite.

04Der fertige Anbau muss für den Rundgang sicher sein

Im Treppenhaus fehlt noch eine Abdeckung, obwohl die Büros bereits bezogen sind. Die Wachperson meldet die Stelle und nimmt keine Abkürzung daran vorbei. Dass ein Gebäudeteil genutzt wird, beantwortet noch nicht jede Frage zur Sicherheit des Kontrollwegs. Die verantwortliche Leitung muss mit den zuständigen Stellen klären, ob der vorgesehene Weg sicher genutzt werden kann. Die DGUV Vorschrift 23 behandelt in § 6 auch die Beseitigung oder ausreichende Absicherung vermeidbarer Gefahrstellen. Eine Begehung des Sicherheitsdienstes ist dabei keine bauliche oder technische Abnahme. Ebenso entsteht aus einer vereinbarten Sichtkontrolle kein Auftrag, eine Anlage zu öffnen, zu reparieren oder freizugeben. Bleibt ein Abschnitt unsicher, wird die Kontrolle dort nicht einfach zum Starttermin zugesagt. Die Leitung stimmt ab, welche sichere Lösung bis dahin möglich ist und welche Aufgabe vorerst offenbleibt.

05Ein verständlicher Name hilft nachts an der richtigen Tür

Auf dem Plan steht „Tür 14“, vor Ort findet sich diese Nummer nirgends. Die erfahrene Objektleitung weiß sofort, welche Tür gemeint ist. Eine Vertretung müsste suchen. Für den Kontrollpunkt wird deshalb ein Name gewählt, der sich am Gebäude nachvollziehen lässt, etwa „Anbau, Erdgeschoss, Seiteneingang zum Hof“. Dazu kommt ein kurzer Hinweis auf die vereinbarte Prüfung. Besteht vor Ort eine eindeutige betriebliche Kennzeichnung, sollte die Beschreibung dazu passen. Auch zwei benachbarte Türen brauchen unterscheidbare Namen. Die Objektleitung geht die Angaben mit einer eingesetzten Wachperson durch und lässt sich die gemeinte Stelle zeigen. So fallen unklare Bezeichnungen auf, bevor sie im Nachtdienst zu Rückfragen führen. Ein genauer Punktname hilft später außerdem dem Auftraggeber, eine Meldung ohne zusätzliche Erklärung zuzuordnen.

06Der Kontrollpunkt gehört dorthin, wo geprüft wird

Am Beginn des Verbindungsgangs wäre ein QR-Code bequem erreichbar. Die zu prüfende Außentür liegt aber erst am anderen Ende des Anbaus. Wer nur den Code am Gang bestätigt, hat die vereinbarte Türkontrolle damit noch nicht ausgeführt. Die Objektleitung legt den Ort der Kennzeichnung deshalb passend zur Aufgabe fest und stimmt ihre Anbringung mit der berechtigten Stelle ab. Die Wachperson muss sie sicher erreichen können. Ein Scan in der Wächterkontrollsystem App dokumentiert eine Bestätigung; er erklärt für sich genommen nicht, wie gründlich eine Tür geprüft wurde. Die Arbeitsanweisung muss den erwarteten Handgriff oder die zulässige Beobachtung verständlich beschreiben. Bei Türen mit besonderen Sicherheitsfunktionen wird die konkrete Prüfung mit den zuständigen Fachpersonen abgestimmt. Niemand probiert eigenständig eine Bedienung aus, nur weil die neue Kontrollrunde sonst unvollständig bleibt.

07Eine Proberunde zeigt, wie viel Zeit wirklich nötig ist

Die bisherige Runde dauerte im Beispiel ungefähr zwanzig Minuten. Für den Anbau schätzt der Auftraggeber fünf zusätzliche Minuten. Bei einer gemeinsamen Proberunde zeigt sich jedoch, dass schon Hin- und Rückweg länger dauern. Hinzu kommen die vereinbarten Prüfungen und der Zugang durch den abends verschlossenen Verbindungsgang. Die Objektleitung lässt deshalb die vollständige Runde unter realistischen Bedingungen durchgehen. Gemessen wird nicht nur ein zügiger Spaziergang durch leere Flure. Die Wachperson führt die vorgesehenen Aufgaben aus und spricht unklare Stellen an. Anschließend lässt sich der Bedarf für einen normalen Dienst besser einschätzen. Die Proberunde ist eine praktische Planungshilfe, keine gesetzlich festgelegte Zeitmessung. Es gibt auch keinen hieraus ableitbaren pauschalen Minutenpuffer. Wenn die Route schon beim ruhigen Versuch nur mit Eile zu schaffen ist, braucht die Planung eine Änderung.

08Wer übernimmt während der längeren Runde den Empfang?

Während die Wachperson im Anbau ist, klingelt am bisherigen Empfang das Telefon. Nach der bisherigen Absprache soll dort weiterhin jemand erreichbar sein. Die verlängerte Runde passt deshalb möglicherweise nicht mehr zur alten Aufgabenverteilung. Die Disposition schaut mit der Objektleitung auf den gesamten Dienst: Welche Tätigkeiten fallen gleichzeitig an, wann sind andere Kontrollen fällig und wer steht tatsächlich zur Verfügung? Eine Änderung der Kontrollzeit kann helfen, wenn Auftrag und Nutzung das erlauben. In anderen Fällen wird eine zusätzliche geeignete Besetzung benötigt. Das wird vor Beginn mit den verantwortlichen Stellen abgestimmt. Die neue Strecke darf nicht dadurch passend gemacht werden, dass einzelne Prüfungen still entfallen oder die Wachperson sich beeilen soll. Auch die vereinbarte Pausenvertretung muss bei der geänderten Aufgabenverteilung weiter funktionieren. Der Auftraggeber braucht eine klare Rückmeldung, falls seine Erweiterung unter den bisherigen Bedingungen nicht leistbar ist.

09Richten Sie die vereinbarte Runde in SecOffice ein

Nach der Begehung stehen Aufgaben, Orte und Wege fest. Jetzt kann die Verwaltung die Punkte im Wächterkontrollsystem von SecOffice am Objekt anlegen. Sie erhalten verständliche Namen, Positionshinweise und bei Bedarf eine kurze Arbeitsanweisung. Eine Kontrollgruppe fasst die passenden Punkte zusammen und kann einer Schicht zugeordnet werden. Nach der Veröffentlichung steht die geplante Runde den eingesetzten Mitarbeitenden in der App zur Verfügung. Die Verwaltung schaut gemeinsam mit einer Wachperson nach, ob die richtige Runde in deren App erscheint und jede Ortsangabe verständlich ist. Falls dabei probeweise Punkte bestätigt werden, klärt sie vorher, wie diese Einträge als Test erkennbar bleiben. Sie sollen später nicht als reguläre Kontrollen beim Kunden erscheinen. Die Wächterkontrollsystem App unterstützt die Durchführung und den Nachweis. Ob der Weg sicher, der Auftrag ausreichend beschrieben und die Besetzung passend ist, entscheiden weiterhin die zuständigen Personen.

10Auch die Vertretung muss den neuen Flügel kennen

Die Stammkraft hat an der Begehung teilgenommen. Für Montag ist kurzfristig eine Vertretung vorgesehen, die bisher nur den Altbau kennt. Bevor sie die neue Runde übernimmt, braucht auch sie die passende Einweisung. Ein verschickter Grundriss allein erklärt ihr weder den nächtlichen Zugang noch die örtlichen Gefahren. Die Objektleitung gleicht deshalb die vorgesehenen Einsätze mit den erfolgten Einweisungen ab und organisiert fehlende Termine vor Tätigkeitsbeginn. § 4 der DGUV Vorschrift 23 behandelt die Dienstanweisung und die Unterweisung vor Aufnahme der Tätigkeit. Wie sich dafür Zeit im Dienst schaffen lässt, beschreibt der Beitrag zur Einarbeitung im Sicherheitsdienst. Die Objektleitung nennt dem Team außerdem das Datum und die erste Schicht mit dem erweiterten Rundgang. Das Team soll erkennen können, ab welcher Schicht sie gilt und welche bisherige Beschreibung sie ersetzt. So startet die Vertretung nicht mit einem alten Ausdruck aus dem Wachraum.

11Nach der ersten Nacht lohnt sich ein kurzes Gespräch

Am Dienstagmorgen fragt die Objektleitung die eingesetzte Wachperson, wie die neue Runde gelaufen ist. Im Beispiel waren alle vereinbarten Türen erreichbar, doch der Rückweg dauerte länger als bei der Probe: Im Verbindungsgang war noch Reinigungsbetrieb. Die Leitung prüft, ob das regelmäßig zu erwarten ist und ob Zeit oder Weg angepasst werden müssen. Sie ändert den Ablauf anschließend mit den zuständigen Stellen und informiert die betroffenen Schichten. War dagegen ein einzelner Punkt unerwartet nicht zugänglich, hilft der gesonderte Beitrag zu unerreichbaren Kontrollpunkten. Nun lässt sich besprechen, an welcher Stelle die Wachperson mehr Zeit brauchte und ob sie ihre übrigen Aufgaben wie vereinbart erledigen konnte. Gehen Sie vor dem nächsten neuen Gebäudebereich deshalb den vollständigen Weg mit den vereinbarten Aufgaben durch. Dann lässt sich dem Kunden konkret erklären, wie seine zusätzlichen Kontrollen ausgeführt werden und welche Voraussetzungen dafür noch fehlen.

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